Kingston NV3 2TB - Test/Review
Mit der NV3 bietet Kingston eine preislich attraktive NVMe-SSD für Anwender, die ihrem Gaming-PC oder Notebook unkompliziert schnellen und großzügigen Speicher spendieren möchten.
Von Christoph Miklos am 27.07.2026 - 03:05 Uhr

Verarbeitung | Technik | Preis


Verarbeitung und Technik


Die Kingston NV3 2TB überzeugt mit einer tadellosen Verarbeitungsqualität. Unser Testmuster zeigte sich sauber gefertigt und frei von sichtbaren oder technischen Mängeln. Mit Abmessungen von 80 × 22 × 2,3 Millimetern entspricht die SSD dem gängigen M.2-2280-Format und fällt mit einem Gewicht von lediglich 7,4 Gramm äußerst leicht aus. Dadurch eignet sich die NV3 problemlos für den Einsatz in kompatiblen Desktop-PCs, Notebooks sowie Spielkonsolen mit entsprechendem M.2-Steckplatz. Die Kingston NV3 wird im klassischen M.2-2280-Format mit Kapazitäten von 500 GB, 1 TB, 2 TB und 4 TB angeboten. Zusätzlich ist die SSD im kompakteren M.2-2230-Format mit 500 GB, 1 TB und 2 TB erhältlich. Kingston gewährt auf sämtliche Modelle eine eingeschränkte Herstellergarantie von fünf Jahren, wobei die Garantie an die jeweilige Verschleißgrenze beziehungsweise den angegebenen „Percentage Used“-Wert gekoppelt ist.
Für unser 2-TB-Modell gibt Kingston sequenzielle Transferraten von bis zu 6.000 MB/s beim Lesen und 5.000 MB/s beim Schreiben an. Damit schöpft die NV3 die theoretischen Möglichkeiten der PCIe-4.0-Schnittstelle zwar nicht vollständig aus, positioniert sich leistungstechnisch aber deutlich oberhalb klassischer PCIe-3.0-SSDs. Bei unserem Testmuster kommt der Silicon Motion SM2268XT2 zum Einsatz. Dabei handelt es sich um einen modernen Vierkanal-Controller, der ohne eigenen DRAM-Cache arbeitet. Statt eines dedizierten DRAM-Bausteins nutzt die NV3 die Host Memory Buffer-Technik (HMB), wodurch ein kleiner Bereich des Arbeitsspeichers des Systems für Verwaltungsaufgaben der SSD verwendet werden kann. Dieser Ansatz reduziert Kosten, Platzbedarf und Leistungsaufnahme, kann gegenüber SSDs mit eigenem DRAM-Cache bei bestimmten lang anhaltenden oder anspruchsvollen Workloads jedoch Nachteile mit sich bringen.
Dem Controller stehen bei unserem 2-TB-Testmuster zwei Kingston-gebrandete NAND-Pakete mit jeweils 1 TB Kapazität zur Seite. Dahinter verbirgt sich Kioxia BiCS6 3D-QLC-NAND mit 162 Layern. Die einseitige Bestückung sorgt für eine geringe Bauhöhe und erleichtert den Einsatz der NV3 auch in kompakten Systemen und Notebooks. Ein weiterer Vorteil des vergleichsweise einfachen Aufbaus ist die geringe Wärmeentwicklung. Da lediglich der Controller und zwei NAND-Pakete auf der Vorderseite untergebracht sind und auf zusätzlichen DRAM verzichtet wird, fällt die Abwärme überschaubar aus. Ein separater M.2-Kühlkörper ist für den regulären Betrieb daher nicht zwingend erforderlich, wenngleich der Heatspreader eines Mainboards die Temperaturen unter längerer Last nochmals deutlich reduzieren kann.
Der in unserem Testmuster verbaute Silicon-Motion-SM2268XT2-Controller unterstützt das NVMe-2.0-Protokoll und bietet die für eine moderne NVMe-SSD relevanten Funktionen. Dazu zählen unter anderem TRIM zur langfristigen Aufrechterhaltung der Schreibleistung sowie S.M.A.R.T. zur Überwachung wichtiger Laufwerks- und Zustandsdaten.
Bei der Leistungsaufnahme zeigt sich unser Testmuster ausgesprochen sparsam. Kingston gibt für das 2-TB-Modell einen durchschnittlichen Verbrauch von lediglich 0,08 Watt sowie 5 mW im Leerlauf an. Unter Last steigt die Leistungsaufnahme auf maximal 2,8 Watt beim Lesen beziehungsweise 3,3 Watt beim Schreiben.

Hinweis zur Multi-BOM


Bei der Kingston NV3 handelt es sich um ein sogenanntes Multi-BOM-Produkt. Das bedeutet, dass Kingston innerhalb derselben Modellreihe je nach Produktionscharge unterschiedliche Controller und NAND-Speicher einsetzen kann. Die grundlegenden Spezifikationen und zugesicherten Leistungswerte des jeweiligen Modells bleiben davon unberührt, die tatsächlich verbaute Hardware kann jedoch variieren.
Entsprechend können sich im direkten Vergleich verschiedener NV3-Exemplare Unterschiede bei der Dauer-Schreibleistung, Leistungsaufnahme und Wärmeentwicklung ergeben. Unsere Testergebnisse beziehen sich daher auf das konkret vorliegende Testmuster der Kingston NV3 2TB und lassen sich nicht zwangsläufig eins zu eins auf jede im Handel erhältliche Charge übertragen.

Preis und Verfügbarkeit


Die Kingston NV3 2TB ist ab sofort für 236,99 Euro (Stand: 27.07.2026) im Handel erhältlich.

Warum sind M.2-SSDs derzeit so teuer?


Die Preise für M.2-SSDs sind in den vergangenen Monaten spürbar gestiegen. Hauptgrund dafür ist die hohe Nachfrage nach NAND-Flash-Speicher, der nicht nur in SSDs, sondern auch in Smartphones, KI-Servern und Rechenzentren zum Einsatz kommt. Gleichzeitig haben viele Speicherhersteller ihre Produktion in den vergangenen Jahren reduziert, um auf fallende Preise zu reagieren. Dadurch ist das Angebot aktuell knapper als die Nachfrage. Auch gestiegene Energie-, Logistik- und Entwicklungskosten wirken sich auf die Endpreise aus. Für Käufer bedeutet das: Wer aktuell eine neue SSD benötigt, muss meist deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch vor ein bis zwei Jahren. Eine kurzfristige Entspannung der Preissituation ist derzeit nicht in Sicht.

(Vorerst) Keine Preis-Bewertung


Aufgrund der aktuell weiterhin sehr hohen Marktpreise von SSDs fließt das Preis-Leistungs-Verhältnis nur eingeschränkt in unsere Bewertung ein. Die Preisentwicklung unterliegt derzeit starken Schwankungen, weshalb eine faire und langfristig aussagekräftige Einschätzung nur bedingt möglich ist.

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